Bergwerke und ihre FinanzierungDer Bergbau zur Gewinnung von Bodenschätzen ist zwar ein recht alter Wirtschaftszweig. Doch mit den modernen Möglichkeiten der Exploration haben sich die Gewichte in den letzten Jahrzehnten verschoben. So ist beispielsweise der Steinkohlebergbau in Deutschland vom Aussterben bedroht – nicht weil die Kohlevorräte erschöpft sind, sondern weil die Gewinnung dieser Bodenschätze im Weltvergleich viel zu teuer ist. Wenn in anderen Ländern Steinkohle im Tagebau gewonnen werden kann, sind Bergwerke im traditionellen Stil einfach zu teuer und deshalb nicht konkurrenzfähig. Infrastruktur im Bergbau Der Bergbau benötigt zur Gewinnung der Bodenschätze eine auf den jeweiligen Fundort zugeschnittene Infrastruktur. Wenn Bodenschätze im Tagebau gewonnen werden können, sind große Bagger und Lkws oder auch Förderbänder erforderlich, um sowohl das wertlose Gestein wegzuräumen als auch die Erze zu gewinnen. Dazu gehört immer eine entsprechende Aufbereitung. Selten sind Bodenschätze in so reiner Form zu finden, dass nicht noch mehr oder weniger aufwendige mechanische und chemische Verfahren zur Gewinnung der Rohstoffe erforderlich werden. Auch das will finanziert sein. Beim Tiefbergbau dagegen sind Schachtanlagen erforderlich, mit denen Menschen und Maschinen in die Tiefe gelangen können und die andererseits wieder die gewonnenen Bodenschätze an das Tageslicht befördern. Hier sind die Aufwendungen bis zum Förderzeitpunkt deutlich höher wie bei einem Tagebaubetrieb. Ähnliches gilt für Bodenschätze wie Öl und Erdgas, deren Lagerstätten angebohrt werden müssen. Hier kommt noch das besondere Risiko dazu, dass ein Fehlschlag der Erkundung nur Zeit und Equipment kostet, eine explodierte Bohrplattform und der folgende Umweltschaden aber einen zweistelligen Milliardenaufwand bedeuten können. Wertanlagen in diesem Bereich sind daher nicht ohne Risiko. Bei seltenen Bodenschätzen wie etwa Diamanten müssen daher größere Aufwendungen getrieben werden, um sie zu fördern. Wenn die Vorkommen sicher nachgewiesen sind, ist die Investition in den Bergbau eine gute Wertanlage. Allerdings muss man Zeit aufbringen und darf nicht sofort eine gute Rendite erwarten. Oft sind jahrelange Vorarbeiten nötig, bevor das erste Erz, der erste Tropfen Öl oder der erste Kubikmeter Erdgas verkauft werden kann. Erst dann kann man mit Erträgen aus der Wertanlage rechnen. Bergwerke für den Abbau von Bodenschätzen sind eine sehr langfristige Wertanlage. Sie können Jahrzehnte in Betrieb sein und kontinuierlich Bodenschätze fördern. Der Ertrag der Wertanlage richtet sich aber immer nach den Marktpreisen, die man mit den Bodenschätzen erzielen kann. Langfristig ist zwar immer mit einem Steigen zu rechnen; doch zeigt das Beispiel des Steinkohlebergbaus in Deutschland, dass dies nicht immer zutrifft. Doch war dies kein Schaden für die Anleger, weil der Ausstieg aus politischen Gründen subventioniert wurde.
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